22.06.2012

Sein Leben ist "ultra" - Peter Wagner

Rund 20 Paar Schuhe hat Peter Wagner gerade "im Anbruch", wie er sagt. Damit legt er jährlich bis zu 5000 Kilometer zurück. "Ich mag unterschiedliche Modelle und Hersteller. Die Abwechslung ist gut für die Füße", sagt der Ultraläufer aus Lebach. Seit über zehn Jahren ist sein Leben "ultra", bis zu 100 Trainingskilometer kommen unter der Woche zusammen. 206 Kilometer legte Peter Wagner im vergangenen Jahr beim Lauf in Reichenbach zurück. Eine Strecke von Saarbrücken bis fast nach Bonn. Und die lief er in 24 Stunden.

"Man ist dann ganz bei sich", erklärt er seine Strategie, tief in sich versunken: "Da hat jeder seine eigenen Wege. Ein Laufkollege hält sich unter anderem mit Kneipp-Anwendungen fit, ein anderer bereitet sich extensiv auf dem Laufband im Keller vor. Ich liebe die Freiheit beim Laufen, habe keinen Trainingsplan und verzichte auf die Uhr am Handgelenk. Ich konzentriere mich einfach auf mein Inneres."

Zu den "überlangen" Rennen kam Peter Wagner, als er beruflich über einen solchen Ultralauf berichten sollte. Läufer der LTF Marpingen fragten ihn, ob er nicht einfach zum langen Lauf antreten wollen. Nach einigen zuvor gelaufenen Marathons nahm der Lebacher die Herausforderung über die 100 Kilometer an: "Ich mag die Gleichmäßigkeit, die sich bei solch langen Strecken leicht einstellt und brauche dabei nicht viel drumherum. Aber natürlich ist während eines Laufs eine gute Betreuung wichtig."

Und wie hält man sich dann zum Beispiel 24 Stunden wach? Wann kommen die Schmerzen? Vieles sei Kopfsache: "Man macht zwischendurch immer wieder kurze Pausen und nimmt Energie mit zum Beispiel Energy Gels auf. Aber das ist unterschiedlich. Manch anderer schwört auf Cola oder einen Malztrunk", erklärt Wagner. Schmerzen gebe es im eigentlichen Sinne nicht: "Man regeneriert ein paar Tage. Dann spüre ich, dass ich wieder trainieren möchte!" Meistens ist Peter Wagner dann auf seiner Hausstrecke von Lebach nach Dillingen unterwegs: "Ich laufe in der Regel auf Asphalt - Bürgersteige und Straßen. Das Wetter kann dabei gerne unterschiedlich sein." Einen Ultralauf empfindet er als die gesunde Variante zur Kurzstrecke, denn um die zehn Kilometer in einer Topzeit laufen zu können müsse man sich unter Umständen mehr verausgaben, als wenn man ein langes Laufabenteuer bewältigen will.


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