Promis im Lauffieber - Tim Meyer

Tim Meyer , Leiter des Insituts f?r Sport- und Pr?ventivmedizin an der Universit?t des Saarlandes und Arzt der deutschen Fu§ball-Nationalmannschaft am 12.11.2013 in Merzig-Wadern beim Sportforum der Sparkasse .

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In den letzten Wochen stand wieder alles im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. An der Seitenlinie mit dabei: Mannschaftsarzt des deutschen Teams Tim Meyer, Leiter des Instituts für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlands. Der 46 Jahre alte Mediziner war auch schon beim Firmenlauf in Dillingen am Start und sprach mit uns über das Breitensportevent.

Bis zum Ziel beim Firmenlauf in Dilligen müssen die Firmen-Jogger eine flache, fünf Kilometer lange Strecke absolvieren. Für den einen ist das nur ein lockerer Aufgalopp, für den anderen bereits eine große Distanz, die er normal nur mit dem Auto zurücklegt. Was raten Sie als Sportmediziner den Teilnehmern zur Vorbereitung auf den Lauf?
Sicherlich sollte man nicht von null starten – also so ganz ohne Vorbereitung. Bei einer Strecke von fünf Kilometer meine ich auch, dass man sie vor dem Lauf schon ein paar Mal im Training bewältigt haben sollte. Ein „vernünftiges" Training dürfte kaum unter acht Wochen zu machen sein, wenn man zuvor gar nicht Sport getrieben hat. Und zumindest in den letzten Wochen vor dem Lauf sollte man versuchen, drei Einheiten pro Woche zu erreichen. Nur dann stellt sich auch so etwas wie ein „Laufgefühl" ein. Aber das Wichtigste ist natürlich die Sporttauglichkeit. Gerade Neu- und Wiedereinsteiger in den Sport sollten sich von ihrem Hausarzt, idealerweise einem Sportmediziner, bestätigen lassen, dass kein erhöhtes Risiko besteht.

Was sind denn klassische Fehler, die Laufanfänger immer wieder machen?
Im Wesentlichen treten sie ohne ausreichende Vorbereitung an. Oder sie überziehen zu früh im Training, weil sie zu ehrgeizig sind und meinen, unmittelbar wieder früher erbrachte sportliche Leistungen zu erbringen, obwohl viele Jahre Pause dazwischen lagen. Hier helfen oft schon wenige sachliche Worte mit Freunden, die etwas Lauferfahrung besitzen.

Bevor man zu laufen beginnt, kann man gut und gerne den ein oder anderen Euro ausgeben: Angefangen von Unterwäsche, Shirts, Laufjacken und Hosen aus Spezialfasern über Pulsuhren bis zu den Laufschuhen natürlich. Wo lohnt es sich aus Ihrer Sicht wirklich auf gutes Material zu achten?

Ein Laufanfänger, der ohne Einschränkungen sporttauglich ist, benötigt zu Beginn mit Sicherheit keine Spezialausrüstung und auch keine leistungssportliche Diagnostik. Wichtig ist bequeme und das Schwitzen ermöglichende Kleidung, die ein „natürliches" Laufen nicht einschränkt. Bei den Schuhen sollte man sich durchaus beraten lassen, aber ein Anfänger benötigt gewiss keine Laufschuhe, die über 100 Euro kosten.

Auch Sie haben mit dem Team der Universität bereits am WOCHENSPIEGEL Firmenlauf Saarland teilgenommen. Wie haben Sie den Lauf und das ganze Drumherum empfunden? Welche Eindrücke haben Sie mitgenommen?
Es war sehr stimmungsvoll, auch unser Team vom Institut für Sport- und Präventivmedizin hat das sehr positiv empfunden. Aus meiner Sicht wirklich ein schönes Erlebnis für alle. Als ehemaliger Wettkampfläufer wollte ich natürlich innerhalb unserer Mannschaft die beste Zeit laufen. Das ist mir leider nicht gelungen...


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