Sie robben über den schmutzigen Boden, waten durch Bäche, ziehen sich über Hindernisse, kämpfen sich durch den Schlamm – diejenigen, die mehr wollen, als einen einfachen Straßenlauf über zehn Kilometer. Die Hindernis- und Crossläufe werden von Jahr zu Jahr beliebter. Egal, ob der City-Cross-Lauf in Saarbrücken, der Toughrun in Bexbach, der Deutsch-Französische Crosslauf in Hatzenbühl oder der Hügelstürmer-Cross in Zweibrücken: Die Läufer lieben die Herausforderung, bis an ihre Grenzen zu gehen – oder noch weiter.
Themen-, Hindernis- und Schlammläufe schießen in Deutschland aus dem Boden, wie die Maiglöckchen im Frühjahr“, sagt Fabian Theobald, Organisator und Initiator des Toughruns. Im Oktober 2014 haben rund 800 Läufer an der Veranstaltung auf dem Bexbacher Utopion-Gelände teilgenommen. „Die Hindernisläufe sind meiner Meinung nach ein willkommenes Abenteuer für uns Schreibtischtäter und Kopfarbeiter, die wir das ‚Verlassen der Komfortzone’ meist nur noch daher kennen, wenn wir von der Couch aufstehen müssen oder ein Zahnarztbesuch ansteht“, sagt Theobald: „Die vielen Hindernisläufe ermöglichen gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten ein kleines Abenteuer in einem sicheren Umfeld zu erleben.“
Ein Abenteuer, das aber viel Arbeit in Anspruch nimmt. „45 Kubikmeter Schlamm für die Container mussten produziert werden, Helfer und Fremdfirmen koordiniert, Malteser Hilfsdienste eingewiesen und natürlich muss der Ansturm der Toughrunner bewältigt werden“, sagt Theobald. Aber nicht nur die Veranstalter müssen sich einer langen Planung stellen – auch die Teilnehmer selbst. Der Toughrun ist 13 Kilometer lang, erfordert nicht nur Ausdauer, sondern auch viel Kraft. Die Läufer sollten sich vorher also ins Gelände wagen, auch mal bei Regen trainieren, Treppenläufe oder Kraftübungen einschieben. Beim Lauf selbst sind Handschuhe für die Hindernisse, etwas Warmes für die Gelenke und alte Laufschuhe sinnvoll. „Wer die Schuhe nicht schon auf der Strecke im Schlamm verliert, kann sie spätestens nach dem Lauf wegwerfen“, lacht Theobald: „Leichter Funktionsstoff sollte Baumwollkleidung vorgezogen werden. Wenn Baumwolle nass ist, wird sie schwer und kann schnell zu Unterkühlungen führen.“
Fakt ist aber, das vor allem beim Toughrun viele Starter die Ausrüstungstipps ignorieren. Der Grund: „Fast schon obligatorisch ist beim Toughrun eine möglichst abgefahrene Kostümierung. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt“, sagt Theobald. Da tauchen schon mal Borat-Imitationen, Ballerinas oder Partner in Hochzeitkleidung auf – und robben sich so über den Boden, durch die Bäche und den Schlamm.


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