Laufanalyse - Verletzungen vorbeugen und Schwachstellen erkennen

Laufen ist einer der beliebtesten Sportarten der Welt. Alleine in Deutschland nehmen ca. 2 Mio Menschen jedes Jahr an fast 4000 Laufveranstaltungen teil.

Dabei ziehen sich viele Läufer in ihrer aktiven Zeit Verletzungen zu, die ihnen während bzw. nach dem Laufen Schmerzen verursacht. Die häufigsten Schmerzen treten im Bereich Knie und Achillessehne auf.

Eine genaue Untersuchung mittels bildgebenden Verfahren beim Arzt (Ultraschall, Röntgen, MRT) kann zwar eine verletzte Struktur identifizieren, allerdings geben diese statischen Untersuchungen wenig Aufschluss, warum diese Strukturen überlastet werden und Schmerzen entstehen.

Was bringt eine Laufanalyse?

Eine Laufanalyse bietet die Möglichkeit, den Laufstil zu untersuchen, dabei Abweichungen zu identifizieren und somit Schwachstellen die zu Verletzungen führen herauszustellen. Zu den statischen, bildgebenden Untersuchungen des Arztes bietet diese funktionelle Untersuchung eine wertvolle Ergänzung. 

Von einer Laufanalyse profitieren Sportler, die an chronischen Verletzungen leiden, immer wieder auftretende Beschwerden haben oder einfach ihren Laufstil und damit ihre Leistung verbessern wollen. 

Wie sieht eine Laufanalyse aus?

Bei der Analyse des Laufstils ist es wichtig, dass der gesamte Sportler in seiner Funktion und Geschwindigkeit begutachtet wird. Eine Betrachtung z.B. nur der Füße oder barfuß ist nicht ausreichend, da Knie- und Hüftwinkel sowie die Haltung des Rumpfes mit betrachtet werden müssen, um eine vollständige Begutachtung des Läufers durchführen zu können. Eine Laufanalyse barfuß durchzuführen ist kritisch zu betrachten, da im allgemeinen die Laufaktivität mit Schuhen ausgeführt wird und sich dadurch andere biomechanische Anforderungen ergeben. Eine Analyse barfuß eignet sich daher eher für die Aktivität „Gehen“.

Vor der Videoanalyse sollte eine ausführliche Anamnese zu den Beschwerden sowie eine körperliche Untersuchung stattfinden, durch die sich eventuelle Schwächen  schon zeigen können.

Eine kardiologischer Scan (z.B. mittels Cardioscan) kann ergänzend sein. 

Bei der eigentlichen Videoanalyse wird der Sportler aus 3 Perspektiven gefilmt (vorne, hinten, Seite). Dabei werden auf vorher festgelegten Punkte aktiv LED Marker befestigt. 

Das Softwareprogramm erkennt die Bewegungen von verschiedenen Gelenken (Rumpf, Hüfte, Knie, Sprunggelenk) und zeigt live die Gelenkwinkel an, die beim einem Lauf- bzw. Schrittzyklus entstehen.

Die Auswertung der Laufanalyse

Anhand der Videobilder können verschiedene Phasen des Schrittzyklus identifiziert werden. Die meisten Schwachstellen erkennt man in der Bremsphase des Standbeines. Die Software erstellt dabei einen Report, an dem der Therapeut Abweichung von der Norm erkennt und dadurch Schwachstellen im Halteapparat beschreiben kann.

Viele Laufverletzungen entstehen durch ungenügend trainierte Muskulatur, beispielsweise der Hüftstabilisatoren. Durch die Laufanalyse kann genau identifiziert werden, ob ein Defizit vorliegt. Ausserdem kann festgestellt werden, ob der Laufstil effizient ist und wie man diesen eventuell ökonomischer gestalten und damit mehr Leistung und schnellere Zeiten erreichen kann.

Der Trainingsplan

Die entdeckten Schwachstellen sollen möglichst schnell behoben werden. Nach der Besprechung der Analyse wird für den Läufer ein Plan erstellt, durch den die Defizite bearbeitet werden. Dieser Plan sollte von Zeit zu Zeit erneuert werden, um die gestiegenen Anforderungen des Trainings begleiten zu können. Die Technik der Laufanalysesoftware erlaubt es auch, ein Biofeedbacktraining durchzuführen, bei dem die größere Effizienz des Laufstils herausgearbeitet werden kann.


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