Laufen(d) am Limit – Extremläufe

„Ich liebe Läufe, in denen mehr die Natur zu Hause ist als der Mensch“, sagt der Saarländer Stefan Jung aus Böckweiler. Derzeit hält sich der Fitness- und Gesundheitstrainer zwar unter der Woche aus beruflichen Gründen in Bayern auf, aber am Wochenende ist er immer „in meiner Heimat Saarland“. 

Früher lebte der mittlerweile 36-Jährige relativ ungesund, neigte zu Übergewicht und rauchte viel. Auf den Ratschlag eines Arztes hin, fing der ehemalige Judoka mit dem Laufsport an. Dabei wurde er von Christian Schiester inspiriert – dem österreichischen Aushängeschild im Bereich Ultramarathon. Der Saarländer trainierte immer mehr und absolvierte schließlich 2006 auch in 03:38 Stunden seinen ersten Marathon. Doch die „normalen“ Läufe wurden ihm bald zu langweilig. In den beiden vergangenen Jahren hat er sich dann zwei größere Träume erfüllt. Zunächst lief der Saarländer sechs Tage lang durch den Dschungel von Costa Rica. Er erreichte bei der „Coastal Challenge“ Rang 25. Insgesamt nahmen an diesem besonderen Lauf 105 Starter aus 19 Ländern teil. An der Grenze zu Panama – in Bahia Drake an der Pazifikküste – passierte er mit der Deutschlandfahne in der Hand die Ziellinie. Es ist ein historischer Ort. Dort war der englische Freibeuter Sir Francis Drake mit seinem Schiff „Golden Hind“ 1579 vor Anker gegangen. Die 225 Kilometer lange Strecke bewältigte der Deutsche in 42:34:12 Stunden. Der Lauf war „Natur pur“ – die Sportler aus aller Welt wurden morgens von heulenden Affen geweckt und konnten von ihrem Zeltplatz aus die badenden Krokodile beobachten. Unterwegs gab es unter anderem steile Auf- und Abstiege sowie Flussdurchquerungen. Über 40 Grad Hitze und mehr als 90 Prozent Luftfeuchtigkeit forderten den Extremsportlern alles ab.

Nach diesem „erfolgreich gemeisterten Abenteuer“ suchte Jung die nächste Herausforderung und fand sie beim „Atacama Crossing“ in Chile. Dort war geplant, in sechs Tagen 250 Kilometer durch die trockenste Wüste der Welt – die Atacama – zu laufen. Alles, was in diesem Zeitraum benötigt wird, muss in einem eigenen Rucksack mitgeführt werden. Die erste Etappe über 36,1 Kilometer bewältigte der Saarländer in 4:32 Stunden auf Rang 13. Er war zu diesem Zeitpunkt bester Deutscher. Auf der zweiten Etappe übersah er aber ein paar lose Steine, knickte um und musste aufgrund einer schweren Knöchelverletzung aufgeben.

„Ich bin jetzt wieder fit und derzeit auf der Suche nach Sponsoren, um mir weitere Träume in Sachen Laufteilnahmen von Extremveranstaltungen erfüllen zu können“, sagt Jung. Unter anderem sollen Events in Australien und Namibia angegangen werden.

Im Internet: www.stefan-jung.com      


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